Der erste Tag

In Der erste Tag von Andreas Prochaska, produziert für ORF und ARTE, geht es um den fiktiven Super-GAU im tschechischen Kernkraftwerk Dukovany. Dieses Atomkraftwerk hat kein Containment, sodass bei einem Störfall schneller Radioaktivität austreten kann.

Auch wenn man schnell einen Vergleich mit „Die Wolke“ ziehen möchte, so ist „Der erste Tag“ doch anders. Denn es geht nicht nur um ein jugendliches Paar, welches auch hier mitspielt, sondern um mehrere Familien. Außerdem spielt der Film vorallem aus der Sicht der Bundes- und Landeswarnzentralen, welche versuchen, den Vorfall zunächst klein zu halten, um keine Panik auszulösen. Einen Bürgermeister bringt das in die Zwickmühle, denn seine Bürger haben Kontakte in Tschechien, die mittels privater Messstationen schon früh den Notfall melden. Als Unfall-Szenario stellt sich später eine Explosion mit Durschlagen der Hallendecke heraus, wie in Tschernobyl.

Der Film ist gut und erschreckend, auch wenn einiges ungeklärt bleibt: Über die einzelnen Protagonisten erfährt man nicht viel, am Ende bleibt auch unklar, wie schwer die Auswirkungen sind. Sicherlich ist das auch den Bildern geschuldet. Anders als in üblichen Katastrophenfilmen sieht man hier keine in Panik versetzten Menschenmassen, stattdessen ländliche Gegenden, in denen so mancher gar nicht weiß, dass der Regen nuklear verseucht ist. Eine große Bedeutung wird Handys angemessen, denn die Menschen warnen sich vorallem per SMS. Insgesamt wirkt das ziemlich realistisch.

Produziert wurde der Film übrigens zum 30. Jahrstag der Abstimmung über das Kernkraftwerk Zwentendorf, dessen Inbetriebnahme die Österreicher am 5. November 1978 verhindert haben. Seit 1999 existiert sogar ein Verfassungsgesetz gegen Atomkraft in Österreich.

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