Schlaf gut, Paula

paula20071226

Der Käfig ist leer. Kein Quieken, wenn man rein kommt. Kein Köpfchen, dass sich reckt und schaut, wer denn da vorbeiläuft. Kein Rascheln mit dem Heu im Hintergrund. Keine Knackgeräusche vom Möhren futtern. Nichtmal die Geräusche vom Heu-Kauen. Einfach nur Leere und Stille. Selbst beim Einkaufen der Gedanke, dass man nun keinen Eisbergsalat und keine Möhren mehr mitnehmen muss.

Paula wurde im August 2004 (oder war es 2003?) geboren und kam wenige Wochen später zu uns. Sie hat sich immer durchgebissen – und das nicht nur durch ihr Futter. Ein Meerschweinchen mit einem unglaublichen Lebenswillen, andere Partner hat sie überlebt. Sie war eine treue Seele. 2011 hatte sie einen kleinen Tumor an der rechten Seite (der nicht gestreut hat), den wir operativ entfernen ließen. Auch das schaffte sie mit links.

Seit einer Woche merkte man ihr das Alter jedoch an, sie war kaum noch aktiv und verschlief fast den ganzen Tag. Ihre morgendliche Ration Salat fraß sie erst Stunden später, obwohl sie sich früher darauf stürzte, sobald man den Salat in den Käfig legte. Donnerstagabend hatte ich sie noch zum Streicheln draußen.

Freitag hat sie unerwartet nur noch auf der linken Seite gelegen und ihre Hinterbeine hinter sich hergezogen. Als wir Samstag zur Tierärztin wollten versuchte sie selbst aufzustehen, doch es klappte mit den Hinterbeinen nicht. Bei der Tierärztin dann der Schock: Obwohl Paula nicht weniger als sonst gefressen hat, hatte sie bereits 400g abgenommen. Außerdem verursachten die Hinterbeine ihr Schmerzen.

Wir mussten sie Einschläfern lassen, damit sie nicht noch weiter leidet. Gestern gegen 13:30 Uhr ist sie friedlich eingeschlafen, während wir sie gestreichelt haben. Es war das Letzte, was wir für sie tun konnten. Schlaf gut, Paula. Du fehlst uns. Du hast uns eine lange Zeit beschert, doch gerade das macht den Abschied so schwer.

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