Datenschutz beim BND

Mal wieder eine Empfehlung für Die Anstalt. Hauptsächlich ging es diesmal um Steuern. Ich mag an dem geänderten Konzept gegenüber der früheren Anstalt, dass es pro Sendung ein Hauptthema gibt, dass sich dann durch fast alle Solo-Auftritte zieht. Schön war diesmal, dass mehrmals „Nein! – Doch! – Ohhh!“ zitiert wurde.

In der Sendung wurde auch Eikonal thematisiert (hier der Ausschnitt) und neben dem Spruch „Gut, der BND hat allerdings auch das technische Know-How eines Mitt-50ers, der sich YouTube-Videos ausdruckt.“ (bezogen auf die Filter bei der DE-CIX-Spionage) hat Claus von Wagner auch einen guten Spruch zum Datenschutz beim BND gebracht, den ich mal direkt als Meme-Bild gestaltet habe (Klick für größer). 😀

Datenschutz ist beim BND Glaubenssache

Warum wir AdBlocker nutzen

Ein Anti-AdBlocker-Kartell hat sich gegründet: FAZ, Golem, RP, SPIEGEL, Sueddeutsche und ZEIT betteln ihre Leser darum an, ihren AdBlocker auszuschalten. Beim SPIEGEL sieht das so aus, bei den anderen Medien ist der Text nur leicht abgeändert:

spiegel-werbefail-adblockermeldung

Schauen wir uns doch mal einen SPIEGEL-Artikel ohne AdBlocker an. Als ich mit dem Artikel hier anfing wurde dieser Artikel über Lehrerentlassungen gefeatured. Ohne AdBlocker sieht man erstmal keine Veränderung – weil man auch Ghostery abschalten muss.
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Inside Zensus 2011: „Interviewer“-Erfahrungsbericht

Oha, lest euch mal diesen gruseligen Bericht zu den „Interviewern“ (= Volkszählern) zum Zensus 2011 durch. Da sind echt tolle Kracher drin. Zum Beispiel wird mit Geld gelockt (was auch im Zensus-Gesetz steht), auf der Info-Veranstaltung heißt es dann aber plötzlich „ehrenamtlich“. Außerdem soll vor dem Termin Karten eingeschmissen werden, wann die Volkszähler vorbeikommen. Dieses ist natürlich unentgeltlich, es gibt nur für die Fragebögen Geld. Ein weiterer Knaller ist, dass die Handys zur Verfügung gestellt bekommen, aber keine Kugelschreiber. Außerdem sind die Volkszähler während ihrer Tätigkeit nicht versichert!

Das sind nur ein paar Brüller, lest euch das mal ganz durch. Arbeitsbedingungen, die man sonst nur aus Dokumentarfilmen kennt, wenn irgendein Multi-Konzern in Bangladesch herstellen lässt. Ich frage mich, welche armen Schweine da mitmachen, das müssen ja wirklich Leute sein, deren einziger Verdienst dieser Drecksjob ist. Das ist schlimmer als Zeitungen austragen!

Ein Augenmerk sei auch auf den „Fortschrittsbogen“ geworfen, der nachweisen soll, dass die Volkszähler auch gearbeitet haben. Dort werden heimlich weitere Daten notiert:

Und dort hinein kommen auch die Anmerkungen zur befragten Person, die besagter Mitbürger nicht erfahren soll: Allgemeiner Eindruck, ob er die Wahrheit sagt, was einem hinsichtlich der Wohnung aufgefallen ist usw. – teils stichwortartig, teils codiert. Wenn dem Amt irgend etwas daran aufstößt, dann hakt es nach – und beruft sich dabei auf die o. a. EU-Verordnung.

Unfassbar.

Auch logistisch ist das ganze enorm, denn die ganzen Fragebögen müssen ja auch wieder zurück zum Statistikamt. Am Ende kommt man dann zu dieser Rechnung:

Rechnet man jetzt Zweittermin (worst case: 200 Stunden) und Vorbegehung (min. 16 Stunden) zum Interview noch hinzu und geht schlimmstenfalls von unrichtig oder unvollständig ausgefüllten Bögen aus, dann kommt man auf im bösesten Fall auf 416 Arbeitsstunden (das sind 2,6 Monate Vollzeitstelle), in denen 250 Euro verdient werden – ergo auf 60 Cent Stundenlohn vor Steuern und selbst zu tragenden Fahrtkosten. OK, etwas mehr dürfte es real wohl werden – so vielleicht ein Euro pro Stunde: Großzügiger Staat!

Es sind übrigens nur bis zu 175 € steuerfrei, der Rest muss versteuert werden. Na, will sich nicht jemand noch schnell als Volkszähler bewerben? 🙂